furimukeba itsudemo koko ni iru von Flughoernchen (Whenever you look back, I'll be here) ================================================================================ Ich wache auf. Das Bett ist so schön warm, also lasse ich meine Augen geschlossen und drehe mich ein kleines Stückchen, um mich an dich zu schmiegen. Erfolglos. Du bist nicht da. Ich taste umher, deine Seite ist noch warm. Vielleicht bist du noch hier? Das durch die weißen Vorhänge fallende Sonnenlicht blendet so, irgendwie ist alles so hell... Unter Anstrengung erhebe ich mich vom Bett, werfe mir einen Bademantel über. Er ist weiß. Er riecht nach dir. Und er ist mir zu klein. Aber das macht nichts. Barfuß betrete ich mein Wohnzimmer. Wo bist du? Ah, die Balkontür ist nur angelehnt. Hatte ich sie gestern nicht geschlossen? Doch. Da bist du. In meinem Bademantel. Er ist weiß. Er wird wohl nach mir riechen. Und er wird dir wohl zu groß sein. Aber das macht nichts, oder? Du sitzt auf dem kalten Boden und rauchst. Ich mag es nicht, wenn du das tust. Du könntest dich erkälten. Du könntest Krebs bekommen. Du könntest sterben. Langsam drehst du deinen Kopf in meine Richtung, schaust zu mir hoch. Deine ungekämmten Haare fallen dir ins Gesicht und du versuchst sie unbewusst mit einer kleinen Bewegung davon abzuhalten, jedoch ohne Erfolg. Das ist etwas, das ich mag. "Morgen...", murmelst du und siehst wieder auf die kleinen Blumen zu deinen Füßen. Auch du bist barfuß. "Morgen..." Meine leise Antwort. Ohne aufzusehen drückst du deine Zigarette aus, vielleicht ahnst du, dass mir dein Rauchen Sorgen macht. Vielleicht auch nicht. "Du wirst dich noch erkälten, nur im Bademantel. Es ist so kalt hier draußen." Ich mache einen Schritt auf dich zu. "Dann wärm mich doch ein bisschen auf.", sagst du und gehst an mir vorbei ins Wohnzimmer. Da ist es wieder. Meinst du das ernst? Oder war das nur morgentlicher Sarkasmus? Ich weiß es wirklich nicht. Es fällt mir in letzter Zeit so schwer, hinter deine Fassade zu sehen. Unschlüssig folge ich dir. "Ich hab Hunger...", ertönt es gedämpft aus der Küche, also gehe ich dorthin. Jetzt stehst du vor meinem Kühlschrank, in der Hoffnung dort etwas zu finden. Ich war seit Tagen nicht mehr einkaufen. "Das sieht aber mau aus.", bemerkst du mit einem skeptischen Blick und drehst dich zu einem anderen Schrank. Plötzlich kommst du mir so klein vor. So klein, in meiner großen Küche. Ohne darüber nachzudenken drücke ich deinen kalten Körper an mich, merke wie du für den Bruchteil einer Sekunde versuchst einen Schritt nach vorn zu machen und meinem Angriff von hinten auszuweichen. Meinem Angriff. Fühlt es sich so für dich an, wenn ich dich umarme? Wenn du nicht sehen kannst, wann sich meine Arme um deinen Körper legen? Ganz langsam spüre ich, dass sich die Spannung in dir ein wenig löst, dass du dich umdrehst. Du magst es nicht, wenn ich dich von hinten umarme. Hast du Angst, ich könnte dir ein Messer in den Rücken rammen? Dir irgendwie wehtun? Ist es das? Ich habe auch Angst. Angst, dass ich dir wehtun könnte. Angst, dass ich nicht genug bin. Angst, dass ich es nicht schaffe, die Schatten zurückzuhalten. Angst, dass ich dich nicht beschützen kann. Vor anderen. Vor mir. Vor dir selbst. "Was essen wir denn jetzt...?", fragst du leise. Ich fühle deinen Atem an meinem Hals. "Weiß nich..." Vorsichtig versuche ich dich ein wenig fester zu halten. Vergrabe mein Gesicht in deinem Haar, damit du nicht siehst, dass ich jetzt gleich anfange zu weinen. "Aber du schmeckst auch gut.", murmelst du und versenkst behutsam deine Zähne ein wenig in meinen Hals. Ich lache kurz leise auf. Mein Oberkörper beginnt zu zittern. "...lachst du?", kommt deine leise Frage. Ich nicke und drücke dich noch ein bisschen mehr an mich, damit du nicht mitbekommst, wie sich eine Träne ungehalten den Weg über meine Wange bahnt. Je näher ich dir komme, desto weiter scheinst du dich von mir zu entfernen. Ich kann dich nicht erreichen, komme einfach nicht an dich ran. Aber ich bin nicht blind. Ich sehe, wie du jeden Tag zurückschreckst, wie sich deine Augen vor Angst weiten. Ich bin nicht taub. Ich höre, wie du jeden Tag schreist, wie du weinst. Plötzlich bist du ganz still. "... weinst du?", noch leiser. Verzweifelt versuche ich, den Kopf zu schütteln und dich fester zu halten, doch du löst dich langsam von mir. "Hab ich dir wehgetan?" Deine Finger streichen zärtlich über den Zahnabdruck an meinem Hals. "Ich wollte dir nicht wehtun." "Ich dir doch auch nicht." "Wa-..." Mein Kopfschütteln unterbricht dich. "... komm her." Ich hebe den Kopf ein wenig, sehe dich fragend an. "Komm her." Warm schlingen sich deine Arme um meinen immer noch bebenden Oberkörper, sanft gleiten deine Hände über meinen Rücken. "Hab keine Angst..." Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)